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Wir zwei, lieber Freund,
sind Sonne und Mond,
sind Meer und Land.
Unser Ziel ist nicht,
ineinander überzugehen,
sondern einander zu erkennen
und einer im anderen das zu sehen
und ehren zu lernen, was er ist:
des anderen Gegenstück und Ergänzung.
( H. Hesse? )



Steht nicht weinend an meinem Grab,
ich bin nicht dort unten,
ich schlafe nicht
Ich bin tausend Winde, die weh’n,
ich bin das Glitzern der Sonne im Schnee,
ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn,
ich bin der sanfte Regen im Herbst,
ich bin in der Morgenröte der kleine Vogelder zum Himmel aufsteigt,
ich bin das sanfte Sternenlich in der Nacht
Steht nicht weinend an meinem Grab.
Ich bin nicht dort unten, ich schlafe nicht.

(Original American Indian)
22.7.06 11:31


Übersetzungen der Seraphiel

Sie lag am Boden. Tränen der Wut und des Schmerzes liefen ihr über die Wangen. Ein Gefühl der Leere breitete sich langsam aber sicher von ihrer Mitte im Körper aus.Luces beobachtete sie mitfühlend. Anders war es ihm auch nicht gegangen. Als sie plötzlich aufsprang und wütend mit der Faust ein Loch in die Wand trieb war er sich jedoch sicher, sie würde es schneller als er lernen. Ihre Ungeduld mochte oft ein großes Hindernis sein, doch ihr Ehrgeiz machte dies wieder wett.
Caim musterte Kyssandre ebenfalls aufmerksam. "Kyssandre? Kennst du Geschichte der Seraphiel ?" Kopfschüttelnd liess sie sich neben ihm nieder.

"Vor einiger Zeit trug es sich zu, dass ein junges Mädchen versuchte einen Dämonen zu überlisten. Seine Familie genoss keinen besonders guten Stand deshalb strebte es nach dem was es nie hatte – Macht. Denn Macht bedeutete für das Mädchen Reichtum und die Möglichkeit ihren Kindern einst mehr bieten zu können. Tatsächlich fand sie einen Dämon der ihr einfältig genug erschien und so ging sie einen Pakt mit ihm ein. Durch eine List schaffte sie es, ihm die Worte im Munde zu verdrehen und erst als der Pakt bereits besiegelt war, bemerkte der Dämon Lezhiel wie sehr sie ihn geblendet hatte. Dieses Verhalten zeugte von ihrer großen Verzweiflung doch auch von großem Mut. Lezhiel war begeistert von dem jungen Mädchen, adoptierte es und gab ihm den Namen Nadeera. Nadeera war eine aufmerksame, gelehrige und vor allem listige Schülerin. Sehr bald war ihre Macht größer als die Lezhiels und er begann sich zu sorgen. Tief in Nadeera war eine unbeschreibliche Machtgier erwacht die ihr gesamtes Verhalten und ihr Handeln beeinflusste und veränderte. Seine Angst steigerte sich, bis er sich zu einer List entschied um ihre Macht zu mindern. Einst hatte Nadeera versprechen müssen keinem Wesen ihre Liebe zu schenken und keinerlei solcher Gefühle mehr zu empfinden. Lazhiel rief einen seiner hochrangigen Dämonen zu sich und befahl ihm Nadeera zu verführen, denn er selbst war nicht in der Lage dazu. Seltsamerweise kam es zu der einzigen Situation mit der Lezhiel nicht gerechnet hatte.. Der Dämon Luces verliebte sich in Nadeera. So verlor Lezhiel seine Tochter und einen wichtigen Untergebenen. In dem moment in dem beide den Pakt brachen, hätten sie eigendlich sämtliche Macht verlieren müssen, doch Lezhiel wollte die beiden nicht verlieren und da Nadeera bereit war ihre Macht zu verlieren, um mit Luces leben zu können übertrug Lezhiel die Hälfte der Macht eines jeden auf die zweite Generation nach ihnen, auf ihre Enkel. Einst sollte ihr Enkelkind mit seinem in zwei verschiedenen Clans Seite an Seite herrschen. Nadeera wurde die erste Seraphiel, Herrscherin eines Clans bestehend aus mächtigen Halbblütern. Diese Macht hat sie an die Enkelin übertragen, die als einziges Enkelkind das Erbe des Blutes in sich trug...an Dich.„
22.7.06 11:32


Wolfsnacht

Der Vollmond wurde von den vielen dunklen Wolken verdeckt die über den Himmel zogen, getrieben vom kreischenden Sturm. Still verharrten am Ufer des Sees zwei Gestalten, ein Mann und eine Frau. Beide waren in lange Kapuzenumhänge und bequeme Wollkleidung gehüllt. Hinter ihnen brannte ein hohes Feuer. Nur das leise Knistern durchdrang das Geheule des Sturmes und der Wölfe. Doch in ihnen brannte ein heisseres Feuer. Es durchströmte und erhitzte sie. Die Wolkendecke riss auf und das kalte Licht des Mondes erhellte den See vor ihnen. Das Wasser besaß eine untypische dunkelrote Färbung. Caim warf einen unsicheren Blick zu der Frau an seiner Seite. Kyssandre stand regungslos dort und hielt die Augen geschlossen. Tränen rannen über ihre Wangen, sammelten sich an ihrem Kinn und tropften in unregelmäßigem Abstand auf die Brust hinab. Die einzige Regung an ihr war die Brust die sich bei jedem Atemzug hob und senkte und das leichte Zittern ihrer Lippen. Es kam Caim wie eine Ewigkeit vor, bis sie schliesslich leise begann zu singen. Der Wind trug ihren leisen Gesang weit fort und liess ihn selbst am anderen Ufer klar und deutlich erklingen. Von allen Himmelsrichtungen erklang leises Heulen als Antwort auf die Worte. Ihre Stimme wurde leiser und erstarb schliesslich ganz. Als sie ihre Augen schliesslich öffnete waren sie tief schwarz gefärbt, obwohl sie normalerweise in dunklem Lila strahlten. Caim legte ihr eine Hand auf die Schulter und auch in seinem Blick war Trauer und Wut erkennbar. Am Feuer saß eine zierliche Gestalt am Fuße einer mit weissen Leinen zugedeckten Barre. Ihre starre, aufrechte Haltung drücke Stolz aus. Neben der Gestalt lag eine kleine Wölfin, den Kopf gesenkt und wimmerte leise.Kyssandre nahm schweigend ihre Waffen in die Hand und schlenderte lautlos zum Waldrand. Dort angekommen drehte sie sich um und nickte Caim zu. Caim sah ihr nach als sie mühelos mit dem Schatten der Bäume verschmolz.

Die Sonne stiegt langsam und stetig über dem Wald auf und spiegelte sich im roten Wasser des Sees. Die ersten Vögel zwitscherten fröhlich und flogen munter umher. Das Feuer war seit einiger Zeit heruntergebrannt, doch Caim saß unverändert neben Ainee. Beide starrten in Gedanken versunken auf die zugedeckte Barre. Thelia, die Wölfin hatte den Kopf auf die Pfoten gebettet. Caim bemerkte nicht, dass Thelia plötzlich aufmerksam mit den Ohren spielte. Erst als sie den Kopf hob und zum Waldrand sah, schrak er auf. Einen Moment später trat Kyssandre aus dem Schatten eines Baumes und kam langsam auf sie zu. Sie liess sich neben Caim auf den Boden sinken und begann ihre Handschuhe und die Kapuze abzulegen. Beides legte sie neben sich auf eine Tasche. Ihr sehnsüchtiger Blick zum See entging Caim nicht und er nickte ihr lächelnd zu. Kyssandre lächelte dankbar zurück, striff ihre restliche Kleidung ab und verschwand im See. Nach einiger Zeit watete Kyssandre schliesslich wieder aus dem See. Caim sah ihr prüfend entgegen und runzelte die Stirn. An ihrem linken Oberschenkel befand sich eine Schnittwunde aus der stetig Blut lief. Kyssandre liess sich neben ihm auf ihren Umhang fallen und folgte seinem Blick. „Nicht weiter schlimm..„, sie sprach ruhig und bestimmt. Trotzdem kramte er Nadel und Faden aus seiner Tasche und legte sich ihr Bein zurecht. Sie seufzte ergeben und rollte mit den Augen. Ainee erwachte aus ihrem Trancezustand und sah Kyssandre an. Die Hilflosigkeit in ihrem Blick schnürte Kyssandre die Kehle zu und das fröhliche Funkeln verschwand aus ihren Augen. „Sie sind tot..alle.„ Ainee lächelte schwach. „Danke Kyssandre.„ Kyssandre warf einen Blick zur Barre und sah Ainee dann ernst an. „Gern, Schwester.„
22.7.06 11:33


Erinnerungen (1)

Der Regen hatte die brütende Hitze von Stranglethorn in ein angenehmes Klima verwandelt. Zumindest für eine kurze Zeit. Eine sanfte Briese trug die leisen Geräusche des geschäftigen Treibens von Grom`gol an den Strand. Luces beobachtete seine Enkelin die mit dem Zeigefinger zielstrebig ein Muster in den nassen Sand malte. Ihr Augen waren geschlossen und doch malte sie präziese ohne andere Linien zu berühren und ihr leiser Gesang drang an sein Ohr. Die beruhigende Melodie machte ihn schläfrig und er döste rasch ein. Erst einige Zeit später bemerkte er die plötzliche Stille und öffnete misstrauisch geworden die augen. Kyssandre hatte ihn auf ihren Schoß gehoben und kraulte den Kater sanft, während ihr Blick leer in die Ferne gerichtet war. Ein seltsames Gefühl beschlich Luces als er sich umsah. Um Kyssandre herum war ein ungewöhnlicher aus Mustern bestehender Kreis im Sand entstanden. Sanft stubbste Luces sie an und verträumt lächelnd sah sie auf ihn hinab und las die Frage in seinem Blick. Einen Moment wirkte sie fast hilflos und verloren, doch dieser flüchtige Moment verflog zu rasch um Luces zu überzeugen. "Du lagst im Weg.." Er schnurrte leise. Sie wich aus, wie immer. "Was ist das?" Mit dem Kopf deutete der Kater auf das Gemalte. Kyssandre seufzte leise. "Erinnerungen? Ich weiss es nicht." Seufzend erhob sie sich mit einer geschmeidigen Bewegung und hob ihn auf ihre linke Schulter, dann ging sie langsam der Sonne entgegen. Langsam färbte die untergehende Sonne den Horizont in einen sanften orange-rosa Ton. Der glutfarbende Ball, den die Sonne bereits bildete, wurde nach und nach vom weiten Meer verschluckt. Während die ersten Sterne am verblassenden Himmel sichtbar wurden, erklomm der fahle Halbsichelmond langsam das Himmelszelt. Vereinzelt jagte der Wind verirrte Schäfchenwolken umher.Mit kräftigen Zügen durchfurchten ihre schlanken Arme das kühle, erfrischende Meereswasser. Ein tiefer Atemzug füllte ihre Lungen vollkommen mit lebensspendendem Sauerstoff, dann tauchte sie weit unterhalb der Wasseroberfläche in der wohltuende Stille. Kleine Fischschwärme die ihren Weg kreutzten, stoben hektisch auseinander als sie sich näherte. Eine Weile versuchte sie vergeblich, jedoch mit sichtlicher Freude, einen dieser Fische zu ergattern. Der Sauerstoff entwich stetig ihren Lungen und zwang sie schliesslich aufzutauchen. In einiger Entfernung ragte eine kleine Erhebung aus dem Meer. Allein das fahle Licht des Mondes erhellte nun noch die Nacht. Sanft rauschten die Wellen um sie herum und brachen mit deutlich vernehmbarem Plätschern am Ufer der Insel, welche ihr Ziel war. Mit zögerlichen Schritten betrat sie die Insel. Salziges Meereswasser rann in glänzenden Tropfen vom Kopf aus, ihren Körper hinab bis zu Boden, wo es sich im weichen Sand zu ihren Füßen verlor.
22.7.06 11:33


Ein wortloser Abschied

Ein lauter Knall ertönt, als er wütend die Tür hinter sich zuwirft. Auf dem Tisch stehen zwei Tassen; der Tee ist schon lange kalt. Sie sitzt auf dem Boden zwischen dem Sofa und dem kleinen Tisch. Nachdenklich starrt sie auf die Tür, die sich erst vor wenigen Sekunden schloss. Mit einem leisen Seuftzen erhebt sie sich schliesslich langsam. Auf halbem Weg in die Küche dreht sie sich noch einmal um, nimmt die Tassen vom Tisch und setzt den Weg fort. In Gedanken versunken lässt sie heißes Wasser ein. Ihre Bewegungen wirken mechanisch als sie das Geschirr abschrubbt und es zum Trocknen auf die Spühle stellt. Im Wohnzimmerschrank, in der unteren Schublade befinden sich ihre Tabletten ohne die sie in der letzten Zeit nicht mehr schlafen kann. Mit den Tabletten in der einen und ihren Rasiermesserklingen in der anderen Hand schlendert sie ohne zu Zögern in das geräumige Badezimmer. Mit einer Hand lässt sie das Wasser ein, die andere Hand bedient den alten Plattenspieler. Einen Moment fällt es ihr schwer sich zu entscheiden, dann gibt sie wenige Tropfen schwachen Rosenduft in das Wassser und dämmt das Licht. Schnell huscht sie noch ein letztes Mal in die gemütliche, kleine Küche. Dabei schweift ihr Blick zu dem Schlüssel der einsam auf ihrem Sessel liegt. Er hatte ihn von der Tür aus geworfen. Langsam bereitet sie sich einen Schokoladencappuchino. Vorsichtig balanciert sie diesen zum Rand ihrer Wanne um ihn schliesslich in der Ecke abzustellen. Die Kleidung legt sie ordentlich Zusammen und stapelt sie auf einem Stuhl in der Ecke, dann gleitet sie in das warme Wasser. Für einen Moment lehnt sie sich zurück, entspannt sich und schliesst die Augen. Noch ein letztes Mal sinnt sie über ihr Leben, all ihre Fehler nach. Mit ruhiger Hand greift sie nach einem Block auf dem ein einzelnder Stift liegt. Sorgsam schreibt sie einige erklärende und auch tröstende Zeilen nieder und schliesst den Brief mit einer Entschuldigung ab. Den Brief platziert sie gut sichtbar vor der Badewanne. Nicht eine Sekunde zögert sie als sie nach ihren Tablette greift. Ganz genau berechnete sie die benötigte Anzahl und Zeit. Eins... zwei... drei.. Schließlich liegen fünfzehn Tabletten auf ihrer flachen Hand. Nacheinander legt sie alle Tabletten in ihren Mund und spühlt sie mit Cappuchino herunter. Nur einige Minuten später greift sie mit ruhiger Hand nach einer Rasierklinge, setzt sie am Handgelenk an und sticht sie mit leichtem Druck in ihre Haut. Blut bahnt sich den Weg an den Seiten der Klinge zum Handgelenk hinab. Ohne eine Emotion zu zeigen erweitert sie den schnitt bis zu ihrer Armbeuge. Einen Moment betrachtet sie das stetig fliessende Blut, dann wiederholt sie den vorgang an ihrem anderen Arm. Anschliessend legt sie die Klinge behutsam auf der untertasse ihres Cappuchinobechers ab und lässt die Arme vorsichtig ins Wasser gleiten. Nun setzt auch die einschläfernde Wirkung der Tabletten langsam ein. Doch bis sie ihre augen vor Müdigkeit nicht mehr offenhalten kann, betrachtet sie wie sich ihr Blut mit dem Wasser der Badewanne mischt.
22.7.06 11:34


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