kyssandrevanzyra

 

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Zhyro

Zhyro betrachtete lächelnd die Frau die ruhig neben ihr im Bett lag und schlief. Zärtlich strich sie Flora über die Wange und beugte sich zu ihr herunter um sie sanft auf die vollen Lippen zu küssen. Nicht um sie zu wecken, das lag ihr fern, sie befriedigte nur ein dringendes Bedürfnis. Solche Bedürfnisse verspührte sie oft ihn der Gegenwart dieser bezaubernden Frau. Vorsichtig strich Zhyro ihr eine wirre Haarsträhne ihrer kurzen schwarzen Haare aus dem Gesicht und erhob sich lächelnd. Ihr Blick glitt noch einmal über den Körper der jungen Frau, mit geweiteten Augen nahm sie jedes kleine Detail wahr und ihr wurde klar, sie würde sie nie vergessen können, egal was geschen würde. Nie könnte sie etwas die vollen, sanften Lippen, die feingliedrigen Hände die fast der einer Elfe glichen, den wohlgeformten Körper mit der seidigen Haut und die zerzausten Locken vergessen lassen. Zhyros Lächeln wurde liebevoll. Schwungvoll drehte sie sich um und verliess mit federnden Schritten leise den Raum.
Viel später, gegen Mittag, als Zhyro längst durch die Stadt schlenderte, um Besorgungen zu erledigen, kreisten ihre Gedanken noch immer um die letzte Nacht. Sie errötete leicht und verdrängte die Gedanken rasch wieder. Zhyro erinnerte sich an Floras Worte. Sie hatten gemeinsam über ihre Zukunft nachgedacht, versucht eine Lösung zu finden, da sie wussten, die anderen Elfen und Menschen würde diese Liebe nie akzeptieren. Gedankenverloren striff sie ruhelos durch Darnassus. Ihre Ohren, die spitzer und länger als die der Menschen waren, fielen Fremden meist als erstes auf. Der schlanke, fast drahtige Körper und die langen schwarzblauen Haare harmonierten mit ihren großen silbergrauen Augen hervorragend. Manchmal war es ihr fast unangenehm so sehr aufzufallen, wenn sie die bewundernde Blicke auch genoss.
Zhyros Blick ging gen Himmel, um die Zeit abschätzen zu können, denn sie wollte Flora später im Wald auf ihrer kleinen Lichtung treffen. Dort verbrachten sie viel Zeit miteinander, denn dort schien es ihnen noch friedlich und fast ein wenig unbeschwert zu sein. Fröhlich summend steuerte sie auf den Markt zu. Dort wollte sie noch einige Lebensmittel erstehen und sie musste sich beeilen. Es wurde spät.



Einzelnde Sterne zierten den sich langsam dunkelblau färbenden Himmel. Langsam war die Sonne hinter den Bäumen verschwunden und mit ihr, Hand in Hand, war die Wärme gegangen dem Meer entgegen. Zhyro fröstelte es. Flora blickte augenblicklich auf, als hätte sie es gespührt. Den Beiden kam es wieder einmal vor als würden sie in den augen des jeweils andern versinken, wie in einem Strudel voll Liebe und Zuversicht.
Ohne ein Wort zu sprechen erhoben sich beide und schlenderten Hand in Hand an den Klippen entlang, den Blick auf die sich am Fels brechenden Wellen gerichtet.
Zhyro vernahm plötzlich ein leises Rascheln hinter sich im Wald. Ruckartig fuhr sie herum um angestrengt den Wald zu beobachten. Unbewusst war sie dabei schützend vor Flora getreten, um sie vor dem Unbekannten abzuschirmen. Langsam teilten sich die Blätter eines Strauches und in Zhyros Körper spannten sich alle Muskeln an. Eine kleine Maus huschte aus dem Strauch heraus, um rasch in einem Loch in der Erde zu verschwinden. Erleichtert atmeten die beiden Frauen auf. Flora konnte sich ein freches Grinsen nicht verkneifen als Zhyro sich langsam zu ihr umdrehte und sie liebevoll musterte. Anmutig schlang sie die Arme um Zhyros Nacken und zog sie an sich. Lange verschloss der zärtliche Kuss ihrer beiden Lippen. Nur zögerlich lösten sie sich schliesslich von einander und setzten ihren Weg fort.



Die Schatten der Nacht verschluckten ihre Umgebung nach und nach und liessen sie schaurig wirken. Zhyro beugte sich herunter, um einen kleinen Gegenstand aufzusammeln in dem sich das kalte Mondlich spiegelte. Sie war neugierig. Zischend flog etwas nur knapp an ihr vorbei. Erschrocken zuckte sie zusammen und sah sich hektisch um, bis etwas sie am Arm packte. Halb gelähmt vor Panik drehte sie sich langsam zu Flora um. In Floras sonst so hübschen, hellblauen Augen spiegelte sich die selbe Panik wieder die auch Zhyro verspührte. Ganz langsam und schmerzlich wurde ihr das Geschoss wieder bewusst und als sie an Flora hinunter sah, schluckte sie schwer. Nur mühsam schaffte sie es die Tränen die ihr in den Augen brannten zurückzuhalten. Auch ohne ihr elfisches Wissen hätte sie die Art des Pfeils sofort erkannt. Falls sie es schaffen könnte Flora sofort zu einem Heiler zu bringen, würde die junge Frau es ohne größere Schäden überleben. Ein rascher Blick hinter sich liess sie erstarren. Sie bemerkte nicht wie unter ihren Füßen der Boden zu bröckeln begann, ihr wurde nicht bewusst wie nahe sie am Abgrund gestanden hatten. Sie spührte nicht wie sie die Klippen hinab stürzten. Sie spührte nur Flora eng an sich, vernahm nur die Angst um die Frau in ihrem Arm. In diesem Moment wurde ihr etwas klar. Flora würde sterben und es war die Art der Elfen zu zeigen wie wenig sie ihre Beziehung duldeten. Nur war der Pfeil eigentlich für sie bestimmt...Ein bittes Gefühl vermischte sich mit Verzweiflung, Wut und Hass.
So lang ihr der Fall erschien so schnell kam das Wasser näher. Ein Stein traf Zhyros Kopf seitlich an der Schläfe und raubte ihr das Bewusstsein.

Rasch versanken die beiden Körper eng aneinander geschlungen in den dunklen Tiefen des aufgewühlten Meeres.
7.11.06 19:22





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