kyssandrevanzyra

 

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     Kyssandre van Zyra






Devanthus Flammen

Blut spritzte in ihr Gesicht. Es störte sie nicht. Überraschend hatte sie ein seltsames Gefühl beschlichen. Hier, in einer einsamen Höhle fernab vom Wegesrand. Doch obwohl sie sich aufmerksam umsah bemerkte sie niemanden. Mit zunehmender Beunruhigung musterte sie den Tauren der plötzlich aus dem Schatten auf sie zukam. Seine dunkle Kleidung hatte ihn gut verborgen, doch nun zeigte er sich endlich. Mit schiefgelegtem Kopf beobachtete sie ihn, wohl wissend, dass ihr Herz zu schnell schlug. Irgendetwas Seltsames ging von ihm aus. Eine unbekannte Angst schnürrte ihr die Kehle zu. Seine Stimme klang ruhig als er sie ansprach. „Wir sind uns bereits begegnet Kyssandre.„ Innerlich erbebte sie, doch äusserlich blieb sie ruhig als sie erwiederte „Ja, ich erinnere mich.„ Der Taure trat auf sie zu, nur mühsam unterdrückte sie ihren Fluchtreflex und blieb stehen. Die sanfte Berührung seiner Hand auf ihrer Stirn lies sie innerlich zusammenzucken. Plötzlich flammte ein Bild vor ihren Augen auf. Tosendes Meer. Mit vor Erstaunen geweiteten Augen blickte sie ihn an. „Wie..?„ „Ich spühre das Verlangen tief in dir.„ Sein Totenkopfstab erzitterte, der Taure trat zurück. „Ich kann dir helfen es zu beherrschen.„ Sie lächelte unsicher. Tausend Gedanken rasten durch ihren Kopf. „Du möchtest mir helfen? Versuch dein Glück..„ Lautes Lachen wurde von den Wänden zurückgeworfen, hallte gespenstisch nach und verunsicherte sie noch mehr. „Versuch dein Glück..? Nein, du musst dich erst beweisen!„ Ihre Augen verengten sich. „Geh nach Booty Bay, dort wird in der Taverne ein Orc auf dich warten. Alles weitere erfährst du von ihm.„ Bevor sie sich gesammelt hatte, überhaupt irgendetwas sagen oder anders reagieren konnte, erhob er seinen seltsamen Stab, setzte sich und verblasste. Unschlüssig wartete sie einige Minuten, dann verliess sie die Höhle mit schnellem Schritt in Richtung Booty Bay.
Das kühle Wasser des Meeres klärte ihre Gedanken etwas und brachte sie zur Besinnung. Woher auch immer Lareyne von ihrer dämonischen Seite wusste, er hatte ihre Neugier geweckt. Booty Bay. Die Stadt der Gobblin und Piraten. Lang war es her seit sie das letzte Mal hier an Land gegangen war. Die untergehende Sonne färbte den Horizont in ein helles Rot und weckte Erinnerungen. Sie erinnerte sich an die vielen Gobblinleichen bei ihrem letzten Besuch, den intensieven Blutgeruch und den rot gefärbten Boden und beschloss sich hier lieber nicht offen zu zeigen.Vorsichtig schlich sie sich vom Meer aus hoch in die Taverne, um nach dem Ork Ausschau zu halten und wurde im oberen Stockwerk fündig. Nach kurzem Geplauder wurde er ernst. „Lareyne hatte einen guten Deal am laufen..nur kam ihm ein Hexer dazwischen. Der Hexer stahl ein wichtiges Rezept, um es selbst zu verkaufen. Sein Name ist Arlithus...„ Kyssandre zuckte zusammen. Arlithus? Ihre Gedanken überschlugen sich. „Lareyne ist ziemlich wütend deswegen. Deine Aufgabe: Finde Arlithus, erteile ihm eine Lektion, besorge das Rezept und finde heraus wer der andere Dealer ist. Es gibt in den Sümpfen des Elends einen verfallenen Turm, dort soll Arlithus momentan hausen. Irgendetwas nicht verstanden? Gut, dann geh. Lareyne erwartet dich später am Wasserfall in Stranglethorn. Ach.. du solltest nicht versagen.„ Sie blickte ihm mit gemischen Gefühlen nach.
Die düstere Umgebung der Sümpfe passte ausgezeichnet zu ihren Gefühlen. Der Turm war schnell gefunden nur ihre Entschlossneheit war ihr Unterwegs abhanden gekommen. Verborgen in den Schatten schlich sie auf den Turm zu. Schon aus einiger Entfernung sah sie den ihr so bekannten Hexer und folgte ihm unauffällig. Arlithus, ein ehemaliges Mitglied ihrer Familie und ein guter Freund. Jetzt, da sie dirket hinter ihm stand wankte ihr Entschluss ihn niederzuschlagen erneut. Einige gute Gelegenheiten liess sie verstreichen, dann entschied ihr Blut. Laut rauschte das Verlangen in ihr, dann begannen die Stimmen in ihrem Blut zu schreien. Lektion erteilen...nicht töten.. Langsam färbten sich ihre Augen schwarz und ein Lächeln umspielte ihre Mundwinkel. Nur wenig später beugte sich Arlithus interessiert murmelnd über eine Pflanze am Wegesrand. Auf diese Gelegenheit hatte Kyssandre gewartet. Lautlos kramte sie eine leere Flasche aus ihrem Beutel, holte nach kurzem zögern weit aus und schlug kräftig zu. Der Hexer brach augenblicklich zusammen. Rasch durchsuchte sie seine Taschen, da er die Formel nicht besonders geschützt mit sich trug wurde sie auch schnell fündig. Seine Unvorsichtigkeit verwunderte sie, doch es sollte sie nicht interessieren. So verschwand sie erneut in den Schatten, um in sicherer Entfernung zu warten. Fluchend, mit schmerzendem Kopf richtete sich der Hexer einige Zeit später auf. Verwundet sah er sich um, konnte jedoch niemanden entdecken und da die Zeit bis zur Übergabe knapp wurde zog er erbost vor sich hinmurmelnd weiter. Mit schlechtem Gewissen folgte Kyssandre ihm in einigem Abstand bis zu einem Turm in einem Gebirge. Der Hexer murmelte vor sich hin, drückte ein kleines lilanes Ding, das Kyssandre als eine gestohlene Seele erkannte, in seine Brust und stapfte die vielen Treppen des Turmes hinauf. Die laute Stimme eines Troll ertönte, als Arlithus den letzten Treppenabsatz erklommen hatte. „Eh! Bleib` stehn!„ Ein kurzes, leise geführtes Gespräch folge, doch Kyssandre verstand die Worte nicht. Der Austausch stand kurz bevor, Arlithus griff in die Tasche um das Papier zu überreichen und er griff ins Leere. Ungläubig stammelte er einige Worte vor sich hin, durchsuchte sämtliche Taschen und wurde blass als er nicht fündig wurde. Ein Streit entbrannte zwischen den beiden, da zog der Troll plötzlich eine Schusswaffe und feuerte auf Arlithus. Fassungslos musste Kyssandre mitansehen wie er den Turm hinab stürzte. Der Troll beugte sich über den Rand hinaus um den Aufprall mitanzusehen. Innerlich betete sie, dass das unten am Turm wirklich ein Seelensplitter gewesen war. Ohne länger nachzudenken stiess sie den Troll an. Sein überraschter Schrei hallte ihn ihr nach und sie sank zitternd auf den Boden. Das unbändige Gefühl der Hilflosigkeit kroch langsam in ihr hoch. War das die richtige Entscheidung gewesen? Es war nicht der richtige Zeitpunkt um darüber nachzudenken. Entschlossen rappelte sie sich auf und lief die Treppen hinab. Der Troll hatte den Sturz überlebt. Wütend fluchend zog er Schlagringe aus den Taschen und beugte sich über den leblosen Körper von Arlithus. Kyssandre schlich sich vorsichtig näher, durchtrennte die Kehle des Trolls als er ausholte mit einem Schnitt und verschwand erneut in den Schatten. Der Troll röchelte leise und brach tot zusammen. Arlithus öffnete nur kurze Zeit später die Augen und erhob sich schwerfällig. Erleichterung durchflutete Kyssandre. Zum Glück war es eine Seele gewesen. Dies war einer des seltenen Momente in denen sie froh war über die Fähigkeiten der Hexer. Einige kleinere Wunden schlossen sich, doch es blieb die größere die Kyssandre beunruhigte. "Wer auch immer das gewesen ist wird dafür büßen!" Die Worte von Arlithus klangen in ihr nach und sie empfand fast etwas wie Bedauern bei dem Gedanken ihm womöglich von nun an als Feind gegenüber stehen zu müssen.
Am Wasserfall hob sich die Gestalt eines dunkel gekleideten Tauren vom Horizont ab. Schweigend gesellte Kyssandre sich zu ihm auf den Felsvorsprung. "Hast du das Pergament?" "Ja." Erwartungsvoll streckte er ihr die Hände entgegen und sie reichte ihm das Pergament sowie ein Hemd und die Waffen des Trolls. "Dein Erfolg überrascht mich." Sie grinste. Nach einiger Zeit des Schweigens sah sie ihn fragend an. "Woher weisst du von meiner dämonischen Seite?" "Er weiss alles." Seine Stimme klag bestimmt. "Wenn man etwas verloren hat, das einem sehr wichtig war, wünscht man sich oft es ändern zu können. Stell dir vor du würdest die Möglichkeit bekommen..." "Dann würde ich sie nutzen." Sein Totenschädelstab flammte sehr plötzlich kurz auf und es schien als würde der Schädel sie angrinsen. Er nickte ihr zu. "Wenn du einen Wunsch frei hättest.. Was wäre es?" Sie grinste nur so fragte er weiter. "Der Tod von jemandem?" "Ja, der Tod von jemandem." Neugierig musterte er sie. "Von wem?" Ein einziges geflüstertes Wort verliess ihre Lippen. "Ultio." Er lachte. "Der Name weckt Erinnerungen." Sie sah wieder zum Meer hinaus. "Ich möchte den Wunsch nicht erfüllt sehen." Es war weder Verwunderung noch Neugier in seiner Stimme hörbar als er fragte. "Weshalb nicht?" Ebenso ruhig erwiederte sie. "Es würde meinem Vater das Herz brechen." Einige Zeit herrschte wieder Stille. Gemeinsam genossen sie den Wind der sie umspielte, sahen auf das tosende Meer hinaus und gingen jeder seinen eigenen Gedanken nach. "Du bekommst Nachricht sobald ich einen neuen Auftrag für dich habe." Sie nickte ihm zu. Das Geräusch eines Horns erklang in ihrem Rücken, dann wurde es still. Noch einige Minuten saß sie allein dort, genoss das Geräusch des Wasserfalls und dachte über das Geschehene nach.
22.7.06 11:35
 


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