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     Kyssandre van Zyra






Eine einzelnde Kerze erhellte den abgedunkelten Raum mit flackerndem Licht. Vom schweren Holztisch aus drang es kaum bis zu dem hölzernen Kreutz vor, auf das eine Untote geschlagen war. Dunkle Schatten huschten über die Wände als ein kühler Windzug mit der einsamen Flamme spielte. Das Echo energischer Schritte von schweren Stiefeln wurde laut von den Wänden zurückgeworfen und dröhnte unangenehm in ihren Ohren. Als ein leises Wimmern ihren Mund verliess erklang das spöttische Lachen einer rauen Männerstimme direkt neben ihr. Heftiger Schmerz durchdrang ihren gesamten Körper als sie die Augen einen Spalt breit öffnete. Ihr Blick fiel auf die Kerze, doch vor ihren Augen tanzten die Flammen überall, verbrannten sie, labten sich an ihrem Körper. Ein schmerzvoller Schrei durchdrang die Kerker, einen Moment verstummte alles und es schien als hätte selbst die Zeit innegehalten.

Einige Tage zuvor:
Vorsichtig, bemüht keine Geräusche zu verursachen schlich Kyssandre durch die dunklen Gassen des nächtlichen Stormwind. An einer Gassenecke hielt sie für Sekunden in den schützenden Schatten inne, zog die Kapuze tiefer ins Gesicht und trat dann auf die offene Straße hinaus. Ihre Schultern strafften sich, das ganze Auftreten strahlte Stolz aus, obwohl sie sich innerlich verloren und einsam fühlte. Misstrauisch musterten die Wachen die nächtliche Besucherin, doch keiner von ihnen traute sich sie anzusprechen. Erleichtert schloss Kyssandre die schwere Tür hinter sich. Wachsam glitt ihr Blick durch den Raum auf der Suche nach versteckten Fallen oder einem Hinterhalt. Leise knarrte das Holz unter ihren Füssen als sie die Treppe empor stieg, um ihren Bruder nach dieser langen Zeit in die Arme schliessen zu können. Ausser ihrem vor Aufregung laut pochendem Herzen nahm sie keinerlei andere Geräusche wahr. Mit zitternder Hand öffnete sie die Holztür und trat in den dunklen Raum ein. Fast kein Licht drang durch die Fenster in das Zimmer, doch Regale die sich an den Wänden entlang erstreckten und ein einzelnder Sessel hoben sich aus den Schatten hervor. Dort im Sessel saß ein junger Mann mit angespannter Mine und musterte sie besorgt. Lächelnd eillte Kyssandre auf ihn zu, doch sein Blick glitt an ihr vorbei zur Tür. Verwundert bliebt sie stehen und musterte ihn verständnislos. Schmerzvoll stach es in ihrem Herzen als sie die Angst in seinem Blick wahrnahm. Dann explodierte ein scharfer Schmerz in ihrem Kopf.
Im Schatten der Tür stand eine Gestalt halb verborgen. Leise schlich sie sich einige Schritte heran, um die Frau besser mustern zu können. Ohne Geräusche zu verursachen bewegte er sich näher an ihren Rücken. Der junge Wachmann zögerte einen Moment, dann holte er mit dem Spaten weit aus und schlug krafvoll zu. Die Frau brach Augenblicklich regungslos zusammen.

Mit allen Sinnen konzentrierte sich Kyssandre auf die Flamme die stetig vor ihrem inneren Augen brannte. Doch durchdringlicher und lauter wurde der Gesang des Menschen in ihren Ohren. Erschöpft keuchte sie auf. Doch um so lauter der Gesang wurde um so mehr biss sie die Zähne zusammen und um so sturer wurde sie. Langsam zwang sie ihre Augen sich zu öffnen. Suchend glitt ihr Blick durch den Raum bis sie ihren Bruder fand. Er hatte sie verraten, denoch redete sie sich ein es wäre aus Angst nicht aus Hass und sie wollte ihn nicht verletzen.Heftiges Zittern überkam ihren Körper, langsam aber sicher stiess sie an ihre Grenzen. Als ein gequälter Schrei ihren Lippen entschlüpfte, gab sie schliesslich auf. In Gedanken schuf sie schnell eine geistige Verbindung zu Aristiel um seine Hilfe zu erbitten. Erfolglos. Leise flüsterte das Blut ihr süße Versprechungen, versuchte sie zu locken, indem es langsam ihren Widerstand brach. Nicht mehr fähig klare Gedanken zu fassen schrie sie ihre Wut, ihre Angst und die Enttäuschung heraus. Der süße Schmerz der Versuchung überrumpelte sie und während sie sich langsam den Stimmen in ihrem Blut hingab, dem Verstand entsagte und dem Dämon in sich die Kontrolle übergab bemerkte sie schwach die Veränderung. Verschüttete Erinnerungen erwachten plötzlich und rissen ihren Verstand mit sich.
Der Wächter wechselte unruhig sein Standbein und gähnte müde. Seit fast drei Tagen erprobten nun Verhörleiter, wahre Meister ihres Fachs, ihr Können an der Untoten. Selten drangen Schreie oder andere Laute ausser dem Fluchen der Männer aus dem Raum. Ein plötzliches Poltern liess ihn lauschen. Einen Moment herrschte Stille, dann drang auf einmal mehrstimmiges Männergeschrei an sein Ohr. Panik beschlich ihn und plötzlich war er sich nicht sicher, ob er wirklich wissen wollte woher die Geräusche kamen. Wenige Augenblicke später öffnete sich die Tür mit schaurigem Knarren und tiefe Stille umgab den spährlich beleuchteten Korridor. Die Untote wankte unsicher auf den Beinen heraus, während sie sich an der Wand stützte und dort eine Blutspur hinter sich her zog. Aus zahlreichen Wunden floss warmes Blut ihren Körper hinab.
Ihr war schwindelig. Durch die nur schwache Beleuchtung des Korridors verschlechterte sich ihre Sicht noch ein wenig mehr. Ihr Blick fiel auf einen Gegenstand den sie in der linken Hand fest umklammert hielt. Deutlich erkannte sie das intensiv rotschimmernde Schwert durch den vernebelten Blick und lächelte. Ultio würde keinen Grund mehr zur Sorge haben. Ebenso deutlich erinnerte sie sich an die letzten Minuten, erinnerte sich an das Gefühl des Schwertes welches sich wie eine Verlängerung des Armes führen liess und sie erinnerte sich an den Geruch von Blut. Die Schreie ihrer Peiniger verschafften ihr genauso Genugtuung wie die Angst in ihren Augen. Aus dem Augenwinkel nahm sie eine Bewegung wahr und fuhr blitzartig herum. Ein Mann stand vor ihr, hiel ihr eine zitternde Hand hin um sie zu stützen und lächelte ihr ängstlich zu.
Nachdem der Wärter seine Angst überwunden hatte und zögerlich seine zitternde Hand nach ihr ausstreckte, konnte er sie gerade noch rechtzeitig auffangen als sie scheinbar das Bewusstsein verlor und zusammenbrach. Nachdem er ihre Wunden versogt hatte und das Blut vom Körper gewaschen bekam, musterte er sie ersteinmal neugierig. Trotz der vielen Schnitte die ihr Gesicht zierten fand er sie recht hübsch. Es fiel ihm schwer ein Alter zu bestimmen, denn sie schien jung doch einige Narben liessen ihn daran zweifeln. Sanft strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Lang konnte er nicht bleiben und nur das Wissen alles in seiner Macht stehende getan zu haben liess ihn mit gutem Gewissen gehen.
22.7.06 11:39
 


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