kyssandrevanzyra

 

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     Kyssandre van Zyra






Tausende Stimmen erhoben sich wie auf ein Zeichen zu einem ohrenbetäubenden Gewirr von unverständlichen Worten. Kyssandre saß unbewegt auf einem thronähnlichen Sessel. Ihre langsam dunkler werdenden Augen zeugten von ihrer schlechten Laune, doch bei der aufgehitzen Stimmung im Saal fiel es nicht auf. Mühsam versuchte sie ihre Wut zu zügeln, obwohl die Stimmen in ihr lauter wurden. Heiss brannte ihr Blut in den Adern und trotzdem blieb sie äusserlich ruhig sitzen. Als ihr Blick jedoch auf ihren Verlobten fiel der eiskalt lächelnd neben ihr saß, senkte sich ein rotes Tuch vor ihre Augen. Bevor sie wusste wie ihr geschah, war sie bereits aufgesprungen. Ein unheimlicher Windzug umstrich ihren Körper, liess die bodenlange Robe und ihr offenes Haar wehen. Aus ihrer sonst so ruhigen, melodischen Stimme wurde ein mehrstimmiges Zischen. "Ruhe!" Augenblicklich wurde es still im Saal. Das einzelnd gesprochene Wort dröhnte in den Köpfen aller Anwesenden und eine erdrückende Präsenz, von der Halbdämonin ausgehend erfüllte den Raum. Nur wenige Sekunden dauerte diese Zustand an, doch nun hatte sie die Aufmerksamkeit aller. Während sie sich die Schläfen massierte liess sie ihren Blick durch den Saal gleiten. Der stolze Blick ihres Verlobten ruhte auf ihr. Neugierig geworden von ihrem Wutausbruch beobachtete er sie gelassen. Als sie sprach konnte sie in vielen Augen Erstaunen und Ungläubigkeit erkennen. „Der Clan der Seraphiel wird heute einen wichtigen Schritt in die Zukunft tuen. Wir werden von nun an mit erhobenen Köpfen in die Zukunft gehen, gemeinsam.„ Aristiel lächelte. Als er sich erheben wollte hielt ihn das Gefühl von kaltem Stahl an seiner Kehle zurück. Die rötlichleuchtende Klinge war wie aus dem Nichts in ihrer Hand aufgetaucht. Ohne ihm einen Blick zu gönnen sprach sie weiter. „Da mein über alles verhasster Verlobter der Meinung ist er wäre die bessere Führungsperson, muss ich ihm leider das Gegenteil beweisen.„ Ein junger, ihm unbekannter Mann reichte ihm eine Klinge die der von Kyssandre stark glich. Verwundert sah er von der Waffe zu seiner Verlobten und zurück. Dann griff er sie wortlos an. Da sie es scheinbar so wollte würde er ihr Verlangen nach dem Tode nicht unerfüllt lassen. Dabei wäre sie eine wertvolle Verbindung gewesen. Einige Minuten umkreisten die beiden sich wortlos. Der gesamte Saal war verstummt, eine bedrückende Stimmung herrschte und niemand wage sich zu rühren. Die Augen aller war auf die Kämpfenden gerichtet. Kyssandre schien unsicher zu werden, sie zögerte und es schien als hätte sie die Defensive gewählt. Seine Angriffe folgten rasch nacheinander. Ohne Pausen zum luftholen zu haben beobachtete Kyssandre ihren Verlobten aufmerksam. Bilder der Erinnerung tauchten vor ihren Augen auf. Schon einmal hatte sie gegen ihn gekämpft; schon einmal hatte sie ihn besiegt! Der Ring um ihren Hals glühte ohne sie zu verbrennen. Sein Gefühl gab ihr Sicherheit und Selbstvertrauen. Aristiel lächelte boshaft, erst zu spät bemerkte Kyssandre sein Vorhaben, sie wusste es erst als sie zusammenbrach. Er zog sich aus ihrem Kopf zurück und schon wenige Minuten später erhob sie sich. Den Blick demüt gesenkt, die Augen ausdruckslos auf den Boden gerichtet stand sie vor ihm und wartete. Er hob langsam sein Schwert auf und hielt es ihr hin. „Nimm es. Geh und töte deinen Vater.„ Wortlos nahm sie das Schwert in ihre Hände und verliess den Raum.
22.7.06 11:39
 


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