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OOC...

Man nehme:
12 Monate, putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz und Angst und zerlege sie jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für ein Jahr reicht.

Es wird jeden Tag einzelnd angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge 3 Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt.
Dann wird die Masse sehr reichlich mit Liebe übergossen.

Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen kleiner Ausmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit und mit einem guten, erquickenden Tee.
2.4.07 20:06


Ich bin ein Irrlicht.
Ich wohne im Moor,
brauche weder Schuhe,
noch Strümpfe,
lauf barfuß über die Sümpfe.

Komm, folge mir Freund!
Ich kenne den Weg.
Komm, folge mir,
über den schwankenden Steg.

Sieh her,
ich reiche dir meine Hand.
Hier ist der Ort,
wo schon mancher verschwand.

Hier wirst auch du
Bald verschwinden.
Man wird dich
Nimmer nehr finden.

(Ingrid Uebe)
2.4.07 20:04


Ein wortloser Abschied

Ein lauter Knall ertönt, als er wütend die Tür hinter sich zuwirft. Auf dem Tisch stehen zwei Tassen; der Tee ist schon lange kalt. Sie sitzt auf dem Boden zwischen dem Sofa und dem kleinen Tisch. Nachdenklich starrt sie auf die Tür, die sich erst vor wenigen Sekunden schloss. Mit einem leisen Seuftzen erhebt sie sich schliesslich langsam. Auf halbem Weg in die Küche dreht sie sich noch einmal um, nimmt die Tassen vom Tisch und setzt den Weg fort. In Gedanken versunken lässt sie heißes Wasser ein. Ihre Bewegungen wirken mechanisch als sie das Geschirr abschrubbt und es zum Trocknen auf die Spühle stellt. Im Wohnzimmerschrank, in der unteren Schublade befinden sich ihre Tabletten ohne die sie in der letzten Zeit nicht mehr schlafen kann. Mit den Tabletten in der einen und ihren Rasiermesserklingen in der anderen Hand schlendert sie ohne zu Zögern in das geräumige Badezimmer. Mit einer Hand lässt sie das Wasser ein, die andere Hand bedient den alten Plattenspieler. Einen Moment fällt es ihr schwer sich zu entscheiden, dann gibt sie wenige Tropfen schwachen Rosenduft in das Wassser und dämmt das Licht. Schnell huscht sie noch ein letztes Mal in die gemütliche, kleine Küche. Dabei schweift ihr Blick zu dem Schlüssel der einsam auf ihrem Sessel liegt. Er hatte ihn von der Tür aus geworfen. Langsam bereitet sie sich einen Schokoladencappuchino. Vorsichtig balanciert sie diesen zum Rand ihrer Wanne um ihn schliesslich in der Ecke abzustellen. Die Kleidung legt sie ordentlich Zusammen und stapelt sie auf einem Stuhl in der Ecke, dann gleitet sie in das warme Wasser. Für einen Moment lehnt sie sich zurück, entspannt sich und schliesst die Augen. Noch ein letztes Mal sinnt sie über ihr Leben, all ihre Fehler nach. Mit ruhiger Hand greift sie nach einem Block auf dem ein einzelnder Stift liegt. Sorgsam schreibt sie einige erklärende und auch tröstende Zeilen nieder und schliesst den Brief mit einer Entschuldigung ab. Den Brief platziert sie gut sichtbar vor der Badewanne. Nicht eine Sekunde zögert sie als sie nach ihren Tablette greift. Ganz genau berechnete sie die benötigte Anzahl und Zeit. Eins... zwei... drei.. Schließlich liegen fünfzehn Tabletten auf ihrer flachen Hand. Nacheinander legt sie alle Tabletten in ihren Mund und spühlt sie mit Cappuchino herunter. Nur einige Minuten später greift sie mit ruhiger Hand nach einer Rasierklinge, setzt sie am Handgelenk an und sticht sie mit leichtem Druck in ihre Haut. Blut bahnt sich den Weg an den Seiten der Klinge zum Handgelenk hinab. Ohne eine Emotion zu zeigen erweitert sie den schnitt bis zu ihrer Armbeuge. Einen Moment betrachtet sie das stetig fliessende Blut, dann wiederholt sie den vorgang an ihrem anderen Arm. Anschliessend legt sie die Klinge behutsam auf der untertasse ihres Cappuchinobechers ab und lässt die Arme vorsichtig ins Wasser gleiten. Nun setzt auch die einschläfernde Wirkung der Tabletten langsam ein. Doch bis sie ihre augen vor Müdigkeit nicht mehr offenhalten kann, betrachtet sie wie sich ihr Blut mit dem Wasser der Badewanne mischt.
22.7.06 11:34





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